Kontrollfragen (Hausfriedensbruch, § 123 StGB)

F41) Welches Rechtsgut und welche Räumlichkeiten schützt der Straftatbestand des Hausfriedensbruchs? 
Antwort: Der Tatbestand des Hausfriedensbruchs schützt das Hausrecht. Geschützte Räumlichkeiten sind Wohnungen, Geschäftsräume, das befriedete Besitztum und andere abgeschlossene Räume, welche zum öffentlichen Dienst oder Verkehr bestimmt sind.

F42) Welche Tathandlungen sind im objektiven Tatbestand beschrieben? 
Antwort: widerrechtlich eindringen oder ohne Befugnis verweilen und sich auf die Aufforderung des Berechtigten nicht entfernen

Fragen zur Sachkunde nach §34a

F43) Erfüllt es den Tatbestand des Hausfriedensbruchs, sich mit der wahrheitswidrigen Behauptung Zutritt zu einer Wohnung gewähren zu lassen, man müsse die Wasseruhren ablesen?Antwort: Nein. Es liegt kein widerrechtliches Eindringen vor, da der Hausrechtsinhaber den Zutritt zur Wohnung gewährt hat.

F44) Erfüllt es den Tatbestand des Hausfriedensbruchs, ein Kaufhaus in der Absicht zu betreten, dort etwas zu stehlen?
Antwort: Nein. Es liegt kein widerrechtliches Eindringen vor, da eine generelle Zutrittserlaubnis für jedermann besteht, solange kein Hausverbot erteilt wurde.

F45) Ist der fahrlässige Hausfriedensbruch strafbar?
Antwort: Gemäß § 15 StGB ist grundsätzlich nur vorsätzliches Handeln strafbar, fahrlässiges Handeln jedoch nur, wenn das Gesetz es ausdrücklich vorsieht. Mithin ist der fahrlässige Hausfriedensbruch straflos, da er im Text des § 123 StGB nicht genannt ist.

F46) Ist der versuchte Hausfriedensbruch strafbar? 
Antwort: Gemäß § 12 Abs. 2 StGB ist der Hausfriedensbruch ein Vergehen. Der versuchte Hausfriedensbruch ist gemäß § 23 Abs. 1 StGB straflos, da der Versuch im Text des § 123 StGB nicht genannt ist.

F47) Was für ein Delikt ist der Hausfriedensbruch? 
Antwort: Vergehen, absolutes Antragsdelikt, Privatklagedelikt 

Kontrollfragen (Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten, § 126 StGB) 

F48) Welches Rechtsgut schützt die Vorschrift?
Antwort: Geschütztes Rechtsgut ist der öffentliche Frieden.

F49) Ist die fahrlässige Störung des öffentlichen Friedens strafbar ?
Antwort: Gemäß § 15 StGB ist grundsätzlich nur vorsätzliches Handeln strafbar, fahrlässiges Handeln jedoch nur, wenn das Gesetz es ausdrücklich vorsieht. Mithin ist die fahrlässige Störung des öffentlichen Friedens straflos, da sie im Text des § 126 StGB nicht genannt ist.

F50) Sind sogenannte Bombendrohungen bzw. Schreckanrufe nach § 126 StGB strafbar? 
Antwort: Unter eine Bombendrohung ist die Androhung einer Sprengstoffexplosion gemäß § 126 Abs. 1 Nr. 6 StGB zu verstehen. Der Schreckanruf fällt unter § 126 Abs. 2 StGB, so dass Bombendrohung und Schreckanruf nach § 126 StGB strafbar sind.

F51) Ist die versuchte Störung des öffentlichen Friedens strafbar ? 
Antwort: Gemäß § 12 Abs. 2 StGB ist die Störung des öffentlichen Friedens ein Vergehen. Die versuchte Störung des öffentlichen Friedens ist gemäß § 23 Abs. 1 StGB straflos, da der Versuch im Text des § 126 StGB nicht genannt ist.

F52) Was für ein Delikt ist die Störung des öffentlichen Friedens? 
Antwort: Vergehen, Offizialdelikt