Straf- und Verfahrensrecht
F01) Welches Jedermannsrecht ist in der StPO aufgeführt?
Antwort: Das Recht der vorläufigen Festnahme, § 127 Abs.1 StPO

F02) Welche Regelungen sind noch in der StPO enthalten, die für jedermann von grundsätzlicher
Bedeutung sind?
Antwort: Die Rechte und Pflichten des Beschuldigten und des Zeugen

F03) Aus welchen beiden Teilen besteht das Strafgesetzbuch (StGB)?
Antwort: Allgemeiner Teil und Besonderer Teil.

F04) Welche Regelungen sind enthalten
a. im allgemeinen Teil des Strafgesetzbuchs ?
b. im besonderen Teil des Strafgesetzbuchs ?
Antwort:
a. Der allgemeine Teil enthält allgemeine Regelungen, die für alle Tatbestände des besonderen Teils gelten.
b. Der besondere Teil enthält die Straftatbestände.

F05) Sind alle Straftatbestände im Strafgesetzbuch enthalten ?
Antwort: Nein. Auch Nebengesetze enthalten Straftatbestände, wie z.B. das Waffengesetz.

F06) Aus welchen 4 Elementen besteht eine verfolgbare Straftat?
Antwort:
- Tatbestandsmäßigkeit
- Rechtswidrigkeit
- Schuld
- Verfahrensvoraussetzungen

F07) Aus welchen beiden Elementen besteht die Tatbestandsmäßigkeit?
Antwort: Objektiver und subjektiver Tatbestand

F08) Was setzen die meisten Straftatbestände im subjektiven Tatbestand voraus?
Antwort: Vorsatz

F09) In welchen 4 Hauptbereichen ist auch die fahrlässige Begehung eines Straftatbestandes
strafbar?
Antwort: Leben, Körper, Umwelt, Brand

F10) In welchem Rechtsgebiet / Gesetz sprechen wir von
a. Rechtswidrigkeit ?
b. Widerrechtlichkeit ?
Antwort:
a. Strafrecht/StGB
b. Zivilrecht/BGB

F11) In welchen Gesetzen finden wir Rechtfertigungsgründe / Jedermannsrechte?
Antwort: StGB, StPO, BGB

F12) Welches Jedermannsrecht finden wir inhaltsgleich in 2 Gesetzen? Welche Rechtsfolgen treten
ein?
Antwort:
- Notwehr, § 32 StGB: es entfällt die Rechtswidrigkeit, es kann keine Bestrafung erfolgen
- Notwehr, § 227 BGB: es entfällt die Widerrechtlichkeit, es muss z.B. kein Schadensersatz gezahlt werden.

F13) Ab welchem Alter ist ein Kind schuldfähig?
Antwort: § 19 StGB: 14 Jahre

Fragen zur Sachkunde nach §34a

F14) Aus welchem Grund kann ein Erwachsener schuldunfähig sein?
Antwort: § 20 StGB: krankhafte seelische Störung
F15) Welcher Verfahrensvoraussetzung bedarf es bei einem absoluten Antragsdelikt?
Antwort: Strafantrag

F16) Nennen Sie Verfahrenshindernisse !
Antwort:
- Rücknahme des Strafantrags bei absolutem Antragsdelikt
- Tod des Beschuldigten
- Dauerhafte Verhandlungsunfähigkeit des Angeklagten
- Verjährung

F17) Warum gilt der Grundsatz: „Keine Strafe ohne Gesetz“?
Antwort: Es schützt den Bürger vor willkürlicher Bestrafung. Der Bürger kann erkennen, was verboten ist.

F18) Was unterscheidet Verbrechen und Vergehen?
Antwort: Verbrechen werden im Mindestmaß mit einer Strafe von einem Jahr bedroht; Vergehen mit geringeren
Freiheitsstrafen oder Geldstrafe.

F19) Weshalb muss zwischen Verbrechen und Vergehen unterschieden werden?
Antwort: Verbrechen sind immer Offizialdelikte. Bei Verbrechen ist immer der Versuch strafbar.

F20) Nennen Sie die für das Sicherheitsgewerbe relevanten Verbrechen !
Antwort:
Meineid § 154 StGB
Schwere Körperverletzung § 226 StGB
Raub § 249 StGB
Räuberischer Diebstahl § 252 StGB
Räuberische Erpressung § 255 StGB
Brandstiftung § 306 StGB

F21) Was ist eine Handlung im Rechtssinne?
Antwort: Eine Handlung ist ein vom Willen getragenes menschliches Verhalten.

F22) Kann eine Straftat auch durch Unterlassen begangen werden?
Antwort: Ja, wenn eine Rechtspflicht zum Handeln besteht.

F23) Welche beiden Formen von Unterlassungsdelikten gibt es?
Antwort: Es gibt echte und unechte Unterlassungsdelikte.

F24) Nennen Sie ein echtes Unterlassungsdelikt!
Antwort: Unterlassene Hilfeleistung; § 323 c StGB.

F25) Woraus können sich Pflichten zum Tätigwerden (Garantenpflichten) ergeben?
Antwort: Vertrag, Schaffung von Gefahren (Ingerenz), Gesetz, enger natürlicher Verbundenheit.

F26) Was setzen die meisten Tatbestände im subjektiven Tatbestand voraus?
Antwort: Vorsatz

F27) Wie wird Vorsatz in der Kurzfassung definiert?
Antwort: Wissen und Wollen der Verwirklichung des Tatbestandes. Der Täter weiß, was er macht und will auch den zum Tatbestand gehörenden Erfolg.

F28) In welchen 4 Hauptbereichen ist auch eine fahrlässige Begehung eines Straftatbestandes strafbar? 
Antwort: Leben, Körper, Umwelt, Brand. 

Fragen zur Sachkunde nach §34a

F29) Ist bei jedem Straftatbestand der Versuch strafbar ? 
Antwort: Bei einem Verbrechen ist der Versuch stets strafbar; bei einem Vergehen nur bei einer gesonderten Regelung.

F30) Was ist für einen Versuch kennzeichnend?
Antwort: Der Täter setzt nach seiner Vorstellung von Tat zur Verwirklichung des Tatbestandes unmittelbar an. Er 
überschreitet die Schwelle des „Jetzt geht es los“.

F31) Welche Täterschaftsformen gibt es?
Antwort:
Alleintäterschaft,
Mittäterschaft und mittelbare Täterschaft.

F32) Welche Teilnahmeformen gibt es?
Antwort: Anstiftung und Beihilfe.

F33) Was ist Offizialdelikt?
Antwort: Ein Delikt, welches der Staat von Amtswegen verfolgen muss. Alle Verbrechen und die meisten Vergehen sind Offizialdelikte.

F34) Was ist ein Privatklagedelikt?
Antwort: Der Staat überlässt es dem Opfer, gegen den Täter vorzugehen. Insbesondere bei geringen Nachbarstreitigkeiten ist dieses der Fall.

F35) Welche beide Formen von Antragsdelikten kennen Sie und wie unterscheiden sie sich?
Antwort: Beim absoluten Antragsdelikt darf der Staat nur verfolgen, wenn der Antragsberechtigte einen Strafantragstellt. Beim relativen Antragsdelikt darf der Staat auch ohne Strafantrag verfolgen, wenn ein besonderes öffentliches Interesse vorliegt.

F36) Welche Formalien sind hinsichtlich des Strafantrags zu beachten? 
Antwort: Der Strafantrag muss schriftlich gestellt werden. Er muss binnen drei Monaten nach Kenntniserlangung von Tat und Täter gestellt werden.

F37) Nennen Sie absolute Antragsdelikte ! 
Antwort: Hausfriedensbruch, Beleidigung, Haus- und Familiendiebstahl.

F38) Was bewirkt die Rücknahme des Strafantrags bei einem absoluten Antragsdelikt? 
Antwort: Es fehlen die Prozessvoraussetzungen. Die Straftat darf nicht mehr verfolgt werden. Das Verfahren muss eingestellt werden. Der Antragssteller trägt ein Kostenrisiko.

F39) Welche Hauptstrafen gibt es? 
Antwort: Geld- und Freiheitsstrafe.

F40) Nennen Sie Mindest- und Höchstmaß der Geldstrafe und der zeitigen Freiheitsstrafe! 
Antwort: Geldstrafe:5 bis 720 Tagessätze zu je 1 bis 5000 Euro; Freiheitsstrafe: 1 Monat bis 15 Jahre.