Kontrollfragen (Strafvereitelung)

F171) Welches Rechtsgut schützt die Vorschrift?
Antwort: Die Vorschrift schützt die Rechtspflege.

F172) A und B haben zusammen einen Einbruch verübt. A wird anhand einer DNA-Spur als Täterermittelt. Dass B Mittäter war, bleibt unbekannt. B gibt A ein falsches Alibi, um eine Bestrafung des A zu verhindern. Kann B wegen Strafvereitelung bestraft werden?
Antwort: Zwar erfüllt B den Tatbestand der Strafvereitelung des § 258 StGB. Er wird aber gemäß § 258 Abs. 5 StGB nicht bestraft, da er zugleich vereiteln will, selbst bestraft zu werden.

F173) Der drogensüchtige Enkelsohn E gerät mit dem von seinem Großvater gestohlenen Pkw in eine Verkehrskontrolle. Der Polizei sagt der Großvater wahrheitswidrig, dass er E sein Fahrzeug geliehen habe, da er nicht will, dass E bestraft wird. Kann der Großvater wegen Strafvereitelung bestraft werden?
Antwort: Zwar erfüllt Großvater den Tatbestand der Strafvereitelung des § 258 StGB. Er bleibt aber gemäß § 258 Abs. 6 StGB straffrei, da er die Tat zugunsten eines Angehörigen begeht.

F174) Was setzt der subjektive Tatbestand der Strafvereitelung voraus?
Antwort: Der subjektive Tatbestand der Strafvereitelung setzt Vorsatz in der gesteigerten Form von Absicht und Wissentlichkeit voraus.

F175) Ist die fahrlässige Strafvereitelung strafbar? 
Antwort: Gemäß § 15 StGB ist grundsätzlich nur vorsätzliches Handeln strafbar, fahrlässiges Handeln jedoch nur, wenn das Gesetz es ausdrücklich vorsieht. Mithin ist die fahrlässige Strafvereitelung straflos, da sie im Text des § 258 StGB nicht genannt ist.

F176) Ist die versuchte Strafvereitelung strafbar? 
Antwort: Gemäß § 12 Abs. 2 StGB ist die Strafvereitelung ein Vergehen. Der Versuch ist gemäß § 23 Abs. 1 StGB strafbar, da der Versuch in § 258 Abs. 4 StGB genannt ist.

F177) Was für ein Delikt ist die Strafvereitelung? 
Antwort: Vergehen, Offizialdelikt

Fragen zur Sachkunde nach §34a