Kontrollfragen (Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes)

F88) Welches Rechtsgut schützt die Vorschrift?
Antwort: Die Vorschrift schützt das vertrauliche Gespräch der Menschen untereinander.

F89) Ist jede Aufnahme eines nichtöffentlich gesprochenen Wortes rechtswidrig? 
Antwort: § 201 Abs. 2 StGB verlangt eine Interessenabwägung zur Feststellung der Rechtswidrigkeit. Weicht das Interesse am Schutz der Intimsphäre vor überragenden öffentlichen Interessen wie z.B. der Aufklärung eines Verbrechens zurück, kann die Aufzeichnung rechtmäßig sein.

F90) Sie telefonieren mit einem Handy, welches ein "Notizbuchfunktion" hat. Durch Betätigung der Aufnahmetaste zeichnen Sie einen Teil des Telefonats auf. Erfüllt eine solche Aufzeichnung das Delikt der Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes?
Antwort: Die Aufnahme des Gespräch ist für den anderen Gesprächsteilnehmer durch einen Signal-Ton wahrnehmbar. Da er durch Fortsetzung des Gesprächs in die Aufnahme einwilligt, ist die Aufnahme nicht strafbar.

F91) Ist die fahrlässige Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes strafbar?
Antwort: Gemäß § 15 StGB ist grundsätzlich nur vorsätzliches Handeln strafbar, fahrlässiges Handeln jedoch nur,
wenn das Gesetz es ausdrücklich vorsieht. Mithin ist die fahrlässige Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes straflos, da sie im Text des § 201 StGB nicht genannt ist.

Fragen zur Sachkunde nach §34a 

F92) Ist die versuchte Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes strafbar? 
Antwort: Gemäß § 12 Abs. 2 StGB ist die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ein Vergehen. Die versuchte Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes ist gemäß § 23 Abs. 1 StGB strafbar, da der Versuch im Text des § 201 Abs. 4 StGB genannt ist.

F93) Was für ein Delikt ist die Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes? 
Antwort: Vergehen, absolutes Antragsdelikt